FORMEN

 

Form

 

Im Zentrum des Übens von Taijiquan steht meistens eine so genannte Form (chin. taolu) ein klar umschriebener Bewegungsablauf aufeinanderfolgender, meist fließender Bewegungen (vergleichbar einer Kata in den Japanischen Kampfkünsten). Eine Form setzt sich aus mehreren Bildern bzw. Einzelbewegungen zusammen. Viele Formen werden deswegen nach der Anzahl ihrer Bilder benannt, so zum Beispiel die 24-Bilder-Form (Pekingform) oder die 37-Bilder-Form nach Zheng Manqing (1886-1074). Die längsten Formen haben über 100 Bilder. Die Ausführung der Form kann von wenigen Minuten bis zu eineinhalb Stunden dauern, je nach Anzahl der Bilder und Geschwindigkeit der Ausführung, Obwohl Taijiquan-Formen meistens langsam und ruhig durchgeführt werden, kann es je nach Stil, Form und Erfahrung des Übenden große Unterschiede geben.

Darüber hinaus herrscht Verwirrung im Umgang mit den Worten „Form“, „Bewegung“, „Bild", „Movement“ und „Routine". Im Deutschland bilden mehrere Bewegungen oder Bilder eine Form. Übersetzt in das Englische müsste man davon ausgehen, dass mehrere „Movements" ebenfalls als „Form bezeichnet werden. Meist wird jedoch von mehreren „Forms" {also Formen) gesprochen die eine „Routine“ bilden. Somit ist gerade für den Anfänger nicht immer leicht verständlich, ob nun bei einer Form von der gesamten Taolu oder nur einem Ausschnitt gesprochen wird.

 

Partnerübungen

 

Neben dem Solo-Formtraining gibt es auch Partnerübungen, in denen ein Schüler üblicherweise zum ersten Mal mit der Anwendung des Taijiquan im Kampf in Berührung kommt
Die bekannteste Partnerübung ist vermutlich das Tuishou („schiebende Hände", engl. Pushing Hands), bei dem sich die Partner gegenüberstehen und einander an den Annen oder Händen berühren. In einer kontinuierlichen Bewegungsschleife übt einer der Übenden Druck auf die Arme des anderen Übenden aus, der versucht dem Druck nachzugeben und zu neutralisieren, um anschließend selbst Druck auszuüben, in einer freieren Form des Tuishou ist das Ziel, den Gegner dazu zu zwingen, seinen Stand aufzugeben, und gleichzeitig den eigenen Stand zu behalten, je nach Taijiquan-Stil gibt es weitere Partnerübungen (z. B. Dalu. San sau) die aufeinander aufbauend von einfachen Grundlagen bis zu freieren Sequenzen das Taijiquan in Anwendung, Selbstverteidigung und Weltkampf trainieren.

Waffenformen und Partnerformen

 

Die gebräuchlichsten Formen des Taijiquan sind waffenlos doch gibt es auch zahlreiche Waffen- oder Geräteformen. Traditionell werden erst fortgeschrittene Schüler in den Warenformen unterrichtet. Waffen des Taijiquan sind
•      Das gerade, zweischneidige, einhändige chinesische Schwert (Schwert)
•      Der chinesische Säbel (Dao)
•      Der Fächer
•      Der Kurzstock (Qi Mei Gun)
•      Der Langstock (Gun)
•      Der 3m Langstock (Dagan)
•      Der Speer (Quian)
•      Die chinesische Hellebarde (Guan Dao)

Am häufigsten werden Soloformen geübt, es gibt jedoch auch Partnerformen in denen die Partner einen imaginären, genau choreographierten Kampf ausfechten. In diesen Formen wird die Anwendung des Taijiquan als Kampfkunst deutlich.

Freier Kampf und Wettkämpfe

 

Freie Anwendungen und freier Kampf werden im Westen sehr selten unterrichtet. Die seltenen Wettkämpfe im Taijiquan sind in der Regel Wettkämpfe, bei denen die Ausführung einer Form bewertet wird. Bisweilen gibt es auch Veranstaltungen, bei denen Taijiquan-Praktizierende im Tuishou gegeneinander antreten können, jedoch wird dabei normalerweise keine Rangliste erstellt. Wertkämpfe, bei denen Taijjquan- Praktizierende im freien Kampf gageneinender antreten, finden nicht statt.