Ninjutsu – Die Kampfkunst der Ninja

 

Kennzeichnend für die andauernde Entwicklung des Ninjutsu ist die bis heute stattfindende Adaption von Wissen in ein aktives System aus jeweils zugänglichen Informationsquellen: Der Ninja, der seine Dienste anbot, benötigte nicht nur Kampftechniken der verschiedenen nachfolgend genannten Schulen. Er benötigte ebenso umfassendes Wissen über Heilkünste, zudem spezielle lautlose und unauffällige Bewegungstechniken, Techniken der Tarnung und des Verbergens. Die charakteristische schwarze Kleidung, die aus dem traditionellen japanischen Kabuki-Theater stammt und von den Bühnenleuten getragen wurde (damit diese nicht vom Publikum gesehen werden konnten) ist ein ebensolches Beispiel der Übernahme von Wissen. Die Entwicklung von Spionagetechniken nahm ihren Ursprung in Japan mit der fortschreitenden Entwicklung des Ninjutsu, da sich solche Dienste als profitabel erwiesen.

Eine abschließende und umfassende Beschreibung des Ninjutsu ist schwierig, da es ein sehr komplexes System von Selbstverteidigungs- und Kampftechniken sowohl mit als auch ohne Waffen beinhaltet, und da das heutige Ninjutsu eine Kampfkunst ist, die sich aus drei verschiedenen Ninja- und sechs verschiedenen Samuraischulen zusammensetzt. Die 18 Ebenen des Trainings im Togakure-Ryu sind:

  • Seishin Teki Kyoyo: spirituelle Verfeinerung

  • Tai Jutsu: waffenloser Nahkampf

  • Ken Jutsu: Schwertkampf

  • Bōjutsu: Stock- und Stabkampf (mit und Hanbō)

  • Shuriken Jutsu: Wurfklingen

  • Yari Jutsu: Speerkampf

  • Naginata Jutsu: Hellebardenkampf (Der Begriff „Hellebarde“ ist eher unzutreffend, da die Naginata wie ein Schwert mit einem langen Griff verwendet wurde)

  • Kusari Gama: Umgang mit der Schwert- und Sichelwaffe

  • Kayaku Jutsu: Verwendung von Feuer und Explosivstoffen

  • Henso Jutsu: Verkleidung, Darstellung

  • Shinobi-iri: Methoden zum Tarnen und Eindringen

  • Ba Jutsu: Reiten

  • Sui-ren: Wassertraining

  • Bo-ryaku: Strategie

  • Cho Ho: Spionage

  • Inton Jutsu: Flucht und Verstecken

  • Ten-mon: Meteorologie

  • Chi-mon: Geografie

  • Tio Nashidua Jutsu: Kunst, mit verschiedenen einzelnen leichten Schlägen zu töten

Die Grundlage aller Techniken bildet dabei das Tai Jutsu, der unbewaffnete Nahkampf. Es basiert auf natürlichen Körperbewegungen und Instinkten, wodurch auch körperlich stärkere Gegner besiegt werden können. Zum Tai Jutsu gehören:

  • Ukemi (Rollen, Falltechniken, Sprünge)

  • Taihenjutsu (Kamae, Gleichgewicht, Dehnung, Ausdauer, Kraft, Eigenbehandlung, Meditation)

  • Dakentaijutsu (Schlag- und Tritttechniken)

    • Koppojutsu (Schläge und Stöße auf Knochen und harte Körperteile)

    • Kosshijutsu (Finger- und Zehenstiche auf Muskeln und Weichteile)

  • Jutaijutsu (Hebel, Würfe, Festlegetechniken)

 

Dennoch ist das Wort Tai Jutsu in keiner historischen Schrift zu finden, was sehr stark dessen synthetischen Ursprung vermuten lässt. Eine schriftliche Dokumentation fand nicht statt, da es sich um geheime Techniken handelte. Im Gegensatz zum Bushi war der Ninja nicht darauf angewiesen, einer Etikette zu folgen und Ansehen zu wahren. Daher neigte man nicht zur Dokumentation.